Eine Radwanderung

Ulaangom - Mörön [Bilder]


 

Von Wüste und Wasser
Die Extreme liegen nah beieinander in diesem Land. Hatten wir eben noch das Grün um Ulaangom genossen, wo sogar ein wenig Ackerbau betrieben wird, werwartet und nun Wüste. Die Ausläufer der Wüste Gobi breiten sich bis hier in den Norden aus und bilden östlich des Uws Nuur Sees das größte zusammenhängende Dünengebiet der Mongolei.
Auf Asphalt verlassen wir die Stadt und staunen, denn hier ist man tatsächlich dabei, sich mit der Straße vorzuarbeiten, auch wenn man erst wenige Kilometer hinter der Stadt ist und noch viele, viele Kilometer vor sich hat.
Wir nächtigen mitten in einem Friedhof, bemerken dies allerdings erst am Morgen als die Tierknochen sich zu menschlichen Skeletten entwickeln und mehrere Schädel die letzten Zweifel ausräumen. Ein paar wenige Gräber mit Grabstein gibt es auch, aber offensichtlich wird ein Teil der Menschen noch nach alter Sitte beerdigt in dem man sie in einem Leinentuch in die Steppe legt und die Arbeit den Geiern überlässt. Ein seltsam berührendes Gefühl. Friedhöfe sehen wir sonst nicht und gerade an dieser Stelle ist ein Grabaushub inmitten einer Steinwüste auch mindestens Schwerstarbeit.


Nun kommt erstmal nichts. Einsame Fahrspuren in einer flachen Landschaft. Viele kleine Steine, manchmal Sand und wenig Bewuchs, Wasser gar nicht für knapp zwei Tage. Nur Kamele halten es hier aus und schauen uns verwundert hinterher, Vögel und Insekten gibt es nur sehr wenige.
Aus der Ferne leuchtet zwar noch der See , allein er ist so weit weg auf diesen Wegen, dass ein Ausflug dorthin vermutlich einen halben Tag dauern würde. Jurten sehen wir nur in ähnlicher Entfernung als kleine Punkte am Horizont. Dieser ist auch am lebendigsten. Überall suggerieren Luftspiegelungen Seen und Wasserflächen und genau zur Mittagszeit tauchen Bäume am Horizont auf. Das passt perfekt, die Sonne brennt gnadenlos und nicht mal kleinste Büsche gibt es. Auch nicht dort vorne, denn Pause machen wir neben Brennesseln, zu denen die Bäume zusammenschrumpfen. Um wenigstens in der Mittagspause Schatten zu haben, bauen wir uns von nun an ein Sonnendach indem wir die Räder im 90° -Winkel aufstellen und unser Inlet darüber spannen. Der so entstehende Schatten reicht zum Sitzen für uns beide, auch wenn wir uns wie in einer Höhle fühlen.
Nach zwei Tagen soll endlich wieder ein Fluss kommen. Da wir uns doch wieder mit der Wassermenge verschätzt hatten und bei einer Touristengruppe um Nachschub bitten mussten, ist die Freude groß. Die Enttäuschung ebenso, denn eine warme, braune Brühe hatten wir uns nicht vorgestellt und nur mit viel Mühe können wir den Sand herausfiltern um zumindest Essen kochen zu können.
So bleibt Wasser unsere größte Sorge, wir erhöhen unsere Kapazität auf 27 Liter die wir je nach Entfernung zwischen den nun folgenden kleinen Orten mehr oder minder ausschöpfen.


Karteninterpretation wird zur ebenso beliebten wie nötigen Nebenbeschäftigung, ist allerdings nicht ganz einfach denn bis auf die Entfernungsangaben ist alles Interpretationssache die sich in der Realität mal als richtig, mal als falsch erweist. Auf Flüsse verlassen wir uns gar nicht mehr, denn oft sind sie gar nicht vorhanden oder einfach nur trocken um diese Jahreszeit. Schwer fällt auch die Einschätzung wie viel Zeit wir für eine bestimmte Strecke benötigen, denn wo dies auf asphaltierter Straße vor Allem von Steigungen und Wind abhängt, kommt hier die sehr unterschiedliche Wegqualität dazu, die wir vorher nicht kennen.



Anlaufpunkte
Sumzentren werden zu wichtigen Anlaufpunkten. Trafen wir in den ersten sechs Tagen bis Ulaangom auf lediglich eine Siedlung, so können wir nun spätestens jeden zweiten Tag mit einem sogenannten Sumzentrum rechnen. Ein Sum ist ein kleineres Gebiet in der Verwaltungseinheit der Aimaks die unseren Bundesländern entsprechen. Ein Aimakzentrum kann man sich als kleine Stadt mit entsprechender Infrastruktur vorstellen, während Sumzentren kleine Orte sind in denen es immerhin mindestens eine Tankstelle, mehrere Läden und Imbisse und ein Wasserhaus gibt. Dort bekommt man Wasser aus einem Tiefbrunnen was von den Einheimischen in Milchkannen auf Wägelchen geholt wird. Wir haben eine ganze Reihe Plastikflaschen die an den verschiedensten Stellen im Gepäck verstaut sind  und es erstaunt uns immer wieder wie viel man zuladen kann wenn man muss.
Neben Wasser muss der Keksvorrat meist aufgestockt werden, so viel Energie wie hier haben wir bislang selten verschlungen und gebraucht. Diese kleinen Läden bieten ein buntes Sammelsorium an Lebensmitteln. Mit Süßigkeiten und Alkoholika kann man sicher rechnen, auch Grundnahrungsmittel wie Reis und Nudeln sind meist im Sortiment. Ansonsten besteht dies, und den Verdacht werden  wir nicht los, aus den Sachen die in Deutschland keinen Anklang finden. Gewürzgurken, Gebäckmischungen und der Renner Schokorosinen, ein wenig Chinesisches, Koreanisches und Russisches, einheimische Produkte gibt es wenig.
Kommt man zur Mittagszeit, kann man in einem der Imbisse essen. Teig und Fleische, wozu schon Gemüse?, werden meist zu frittierten Teigtaschen verarbeitet und oft gibt es nichts anderes. Auch wenn diese recht lecker sind, aus kulinarischer Sicht muss man die Mongolei nicht unbedingt über Land bereisen.
Auch in den Orten wird viel in Jurten gewohnt. Allerdings ist hier ein hoher Zaun um jedes Grundstück wichtig und Einblick gibt es lediglich durch die Spalten zwischen den Brettern oder offene Türen. Oft gibt es auch Holzhäuser im Blockhausstil oder eben beides nebeneinander.
Zwischen den Sumzentren lieben 50 bis 100 Kilometer Weite und Natur. Bauwerke gibt es keine, einzig die weißen Jurten sitzen wie große Pilze in der Landschaft, meist mit Abstand zueinander und je mehr umso mehr Wasser es gibt. Stellenweise siedelt über viele, viele Kilometer aber auch einfach niemand.



Kommunikation mit Körpereinsatz

Einsamkeit kommt trotz der dünnen Besiedelung nicht auf. Eine Fläche die mehr als viermal so groß ist wie Deutschland, müssen sich nur knapp 3 Millionen Menschen teilen, wovon mehr als die Hälfte in Ulan Baator und Umgebung wohnt. Gerade die widrigen Umstände, wenig Wasser, hohe Berge, ausgedehnte Wüstengebiete etc. machen allerdings viele Gegenden unwirtlich und unbewohnbar. Zudem suchen die Menschen die Nähe zur Infrastruktur wie Wasser, Orten und Wegen wie wir auch.
Mit dem Hintergrund, dass man aber auch einsamer siedeln muss um sich das Überleben zu sichern, ist die große Neugierde mit der die Menschen hier ausgestattet sind, nachvollziehbar. Kein Auto fährt ohne Gruß vorbei, viele halten an und auch wenn man uns nicht anspricht, wir die Pinkelpause so gelegt, dass man uns noch mal zuschauen kann. Mehrmals passiert es während der Mittagspause, dass jemand anhält und sich zu uns setzt. Diesbezüglich sind die Mongolen auch untereinander sehr ungezwungen und hätten wir es nicht mehrfach erlebt, dass man sich ungezwungen einfach dazusetzt, könnte man leicht den Eindruck gewinnen Jeder kenne Jeden.
Kommunikation ist ja so eine Sache die seit der Mongolei mangels Sprachkenntnissen unsererseits mit deutlicher pantomimischer Unterstützung verläuft. Glücklicherweise sind die Menschen in diesem Bereich sehr begabt, auch wir geben uns Mühe und vor Allem macht es Spaß. Überrascht bin ich auch immer wieder, wie stark Gesten für bestimmte Dinge sich von Kultur zu Kultur unterscheiden. Was bei uns der Stinkefinger ist, bedeutet hier schlicht "mittelmäßig", das Daumen hoch mit "gut" und kleiner Finger ausgestreckt mit "schlecht" angezeigt wird. Schön ist auch die Geste für Fotografieren. Beiden Hände werden, zu Fäusten geballt, in leicht drehenden Bewegungen vor den Augen bewegt als würde man sich die Augen wischen.
Bei einer Wegbeschreibung wundern wir uns über eine Handbewegung die in unserem Verständnis einstürzende Häuser darstellen könnte, bis Matthias richtig rät, dass es sich um einen sehr schlechten und holperigen Straßenabschnitt handeln soll.
Das Wichtigste lernt man einigermaßen schnell und mit einem Wortschatz von 20 bis 30 Wörtern, der im Wesentlichen Worte unseres täglichen Lebens wie Wasser, Zelt etc. und landschaftliche Merkmale enthält, kommen wir ganz gut zurecht. Unser Lieblingswort ist das für Zelt, denn nun überlegen wir jeden Abend wo wir unser "Märchen" (das ch kehlig gesprochen) hinstellen.
Zurückhaltung ist nicht gerade eine Stärke der Mongolen, aber im Gegenzug scheint es auch nicht viele Förmlichkeiten zu geben. Das ist angenehm im Umgang, manchmal aber auch befremdlich, wenn man sich grußlos zu uns setzt und einfach nur schaut: Willkommen im Zoo!
Lästiger ist die Begegnung mit Betrunkenen auf die wir vor Allem in Dorfnähe treffen.



Piste mit Anspruch und Abwechslung
Wir fahren auf der nördlichen Hauptverbindungsstrecke mehr oder minder parallel zur russischen Grenze nach Osten. Das, was einmal eine asphaltierte Straße werden will, ist eine Piste aus verschiedensten Materialien. Aus Fahrspuren gebildet, sehr selten angelegt oder gepflegt, besteht der Untergrund aus dem, was die jeweilige Gegend zu bieten hat. Steine, Sand, Geröll, Erde, selten Morast oder eine Mischung aus Allem bringen Abwechslung, uns aber auch manches Mal an den Rand der Verzweiflung. Am schlimmsten , da sind wir uns einig, ist Sand. Auch wenn Autos noch einigermaßen gut durchkommen ist für uns bald Schluss. Theoretisch muss man schnell trippeln und darf nicht lenken, um durch zu kommen. Praktisch funktioniert das nicht weit, bis man unweigerlich stecken bleibt. Also Absteigen, ein bisschen Schieben, versuchen wieder Aufzusteigen, um , wenn dies gelungen ist, nach wenigen Metern wieder stecken zu bleiben und so fort, bis wieder fester Untergrund auftaucht.
Schieben ist leicht dahingeschrieben, wenn man keinen Sand um sich herum hat, denn dort ist es ein Zerren und Ziehen. Eine Hand am Lenker, die andere am Sattel kämpft man sich vorwärts. Das Rad läuft dabei unweigerlich leicht schräg, pflügt erst recht durch den Sand und man muss alle paar Meter verschnaufen. Nun, Verzweifeln hilft auch nicht weiter, im schlimmsten Fall (Kombination aus Sand und steilen Anstiegen) muss man eben zu zweit schieben.
Umso größer ist der Genuss, wenn dann wieder Abschnitte kommen, auf denen man bergab sogar einigermaßen "schnell" fahren kann.
Auch das zarte Grün, das nach den Wüsten-Steppen-Tagen wieder auftaucht, sorgt für Freude und das Auge ist froh über Abwechslung. Der Weg führt durch sanfte, grüne Hügel, dann wieder weite Flusstäler an deren Rand viele Jurten stehen. Berge sind meist steil und von kargem Bewuchs, aber allmählich kommen auch Bäume dazu.

Da der Untergrund oft sandig ist, kommt es zwischen Hügeln zu für uns überraschenden Dünenbildungen durch aufgewehten Sand.

In Jurtennähe weiden viele Tiere. Schafe und Ziegen sowie Kühe und Pferde gibt es immer. Kamele kommen hingegen in trockeneren Gebieten vor und halten sich weiter entfernt in den Gegenden auf die von den anderen Tieren nicht frequentiert werden. In höheren Lagen treffen wir auch immer wieder auf Yaks die zu dieser Jahreszeit, wenn sie ihr Winterfell verlieren, besonders zottelig aussehen.
Das Finden des richtigen Weges stellt kein größeres Problem dar und wo Karte und Kompass nicht weiterhelfen muss man eben Fragen. Meist geschieht dies aber nur beim Verlassen von Orten, denn ist man einmal auf dem richtigen Weg, ist dieser erkennbar. Je nach Untergrund gibt es eine oder viele Fahrspuren, letzteres vor Allem bei Anstiegen und schlechtem Untergrund wie Sand etc. wo jeder sich seine eigene Ideallinie sucht und eine Vielzahl ausgefahrener Wege existieren. Selten kommt es vor, dass der Weg den wir fahren auf keiner Karte zu finden ist und die Frage auftaucht: wo war eigentlich der See an der Strecke?
Am meisten Respekt hatten wir im Vorhinein vor Flussdurchquerungen. Diesbezüglich werden wir aber enttäuscht, denn an der Hauptstrecke gibt es eigentlich überall Brücken und in den wenigen Furten ist das Wasser nicht sehr hoch. Lediglich einmal wird es abenteuerlich. An dieser Stelle gibt es zwar eine Brücke, für die müsste man aber weit in ein Tal hinein fahren. Es gehen auch Fahrspuren geradeaus und wir folgen diesen. Zwei Flussläufe sind nach zu-Fuß-Kontrolle schnell durchquert, nun folgen nur noch sehr kleine Wasserläufe. Aber die haben es ungeahnt in sich was wir erst feststellen als Matthias Vorderrad in einem solchen steckenbleibt, er selber nach einem Aufbäumen des Hinterrades auf der anderen Seite landet und Fernglas und Kamera baden gehen. Es passiert nichts Schlimmes und alles trocknet schnell wieder, aber ab jetzt wird wieder kontrolliert.
Wo das Fahren für unsere Nerven und Gelenke anstrengend ist, bleibt auch das Material nicht ganz verschont. Im Großen und Ganzen hält alles sehr gut durch und wir sind zufrieden, aber wenn, dann kommt alles auf einmal. Matthias vorderer Gepäckträger bricht zusammen, wenige Stunden später ein hartnäckiger Platen bei dessen Reparatur auch noch der Hebel des Schnellspanners abbricht. Später beginnt die Gabel aus unbekannten Gründen nach hinten zu wandern, sich dem Rahmen zu nähern.
Zwei Tage später bricht bei der Reinigung des Kochers ein wichtiges Teil für das wir keinen Ersatz haben. Was nun? Bislang haben wir oft dreimal am Tag gekocht, auch Flusswasser kochen wir zum Trinken ab und dies ist kein Land in dem man überall Brot bekommt oder warm essen kann.
Nachdem wir uns schon mit der Aussicht auf eine Kombination aus täglich Fleischtaschen, vielen Keksen und Kochen auf Feuer abgefunden haben, gelingt eine Reparatur mit Sekundenkleber die einigermaßen hält.



Einladungen mit Folgen

Zum heißen Sommerwetter gesellt sich nun öfter auch ein mittägliches Gewitter. Da solche Erscheinungen aber lokal begrenzt sind, bleiben wir durchaus auch verschont und wenn nicht, bauen wir statt Sonnendach eben das Zelt auf und verbringen die Mittagspause dort. Die Mongolei hat sehr wenig Niederschlag, der allerdings fast ausschließlich in den Sommermonaten fällt.
Da passt es das ein oder andere Mal auch ganz gut, wenn wir ausgerechnet dann zu einer Jurte gewunken werden.
So ein Besuch ist immer ein Ereignis und die ganze, mehrere Generationen umfassende Großfamilie sitzt um uns herum. Als erstes reicht der älteste Mann eine Schnupftabakdose an Matthias und unter gespannter Beobachtung vieler Augenpaare versucht dieser sich an dem ungewohnten Stoff. Dies ist aber keine reine Männerangelegenheit, wie ich gehofft hatte, und auch ich komme an die Reihe. Dann gibt es Tee, kleine frittierte Brote und verschiedene Milchspeisen. Dies sind meist eine art dicker säuerlicher Rahm der mit reichlich Zucker gegessen wird oder Stücke einer getrockneten Quarkmasse die nun steinhart und leicht säuerlich ist. In kleinen Portionen durchaus lecker aber nichs was man nachahmen müsste. Was wir nur auf dem Markt finden, aber sehr mögen, sind Stückchen gesüssten und dann getrockneten Jogurts.
Zurück in die Jurte. Nach den ersten allgemeinen Fragen die beide Seiten austauschen können, erschöpft sich das Gespräch meist. Da erinnern wir uns wieder an unser Fotoalbum mit Bildern der Reise und für Unterhaltung ist gesorgt.
Interessant für uns zu beobachten ist die Familienstruktur. Mehrere Generationen leben zusammen und vom Kleinkind bis zum Großvater ist jeder vertreten. Nur größere Jungs und junge Männer sind öfter nicht da. Sind mehrere Eltern anwesend ist für uns kaum feststellbar welches Kind zu wem gehört. Sie werden vom gesamten Familiengefüge erzogen und wir müssen ein bisschen an Kommune denken.
Solche Besuche  bleiben aber nicht folgenlos. Die Nacht darauf verbringe ich viel Zeit draußen um mich auf allen möglichen Wegen meines Magen- und Darminhaltes zu entledigen, den Rest der Zeit liege ich mit Bauchkrämpfen im Zelt. Matthias geht es auch nur ein wenig besser. Immerhin ist er soweit gesund, dass er am Morgen alles packen kann während ich nur neben meinem Fahrrad sitze und noch nicht an die Senkrechte denken mag. Bleiben kommt nicht in Frage, dazu haben wir zu wenig Wasser. Unsere Körper sind aber so gut ans Radfahren gewöhnt, dass dies einigermaßen geht während Laufen noch eine größere Herausforderung darstellt.
So machen wir erstmal Besuchspause und fahren fröhlich winkend an den Einladungen vorbei.



Mörön
Mörön - seit vielen Tagen klingt der Name wie ein Versprechen in unseren Ohren. Es ist das nächste Aimakzentrum dem wir uns näher und die Aussicht auf Brot und Gemüse zieht uns an.
Wir treffen auf den Delger Mörön, einen Quellfluss der Selenge und die erste Wasserverbindung zum Baikalsee. Es geht im Tal entlang, zumindest fast immer, und wir wägen uns auf einer einfachen letzten Etappe. Wie immer kommt alles anders. Geschottert und zerfahren ist die Piste mit viel Wellblechprofil eine der Schlimmsten und während wir ratlos am Wegrand sitzen, kommt auch noch der erste Dauerregen. Ein wenig weiter, wir stehen wieder auf dem Weg, hält ein Jeep mit zwei netten jungen Deutschen. Nach einem kurzen Austausch geht es für uns deutlich einfacher und mit Adresse einer Unterkunft in der Tasche und Aussicht auf einen Abend in netter Gesellschaft geben wir alles und kommen tatsächlich im Dunkeln noch an.
In Mörön nächtigen wir in einem Jurtencamp und nachdem es bis zum Morgen durchregnet entschließen wir uns zu einem Pausentag, den wir auch dringend brauchen.