Eine Radwanderung

Schigalowo - Okunaiskij [Bilder]

 

Wie es uns geht?


Man sammle:

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Heidelbeeren, Blaubeeren (vlt. auch Rauschbeeren), Preiselbeeren, Schwarze Johannisbeeren, Rote Johannisbeeren, Himbeeren, Hagebutten, auch Eberesche, Roten Holunder, Walderdbeeren oder was man sonst noch findet (demnächst soll es auch Moosbeeren geben) - Brombeeren sind die einzigen, die es hier nicht gibt, alles anderen massenhaft. Man stelle sich vor, Johannisbeeren wachsen irgendwo im off an der Strasse und tragen solche Massen an Beeren, dass man sich nach 2einhalb Kilo zum aufhören zwingen muss. Oder Heidelbeeren, der ganze Waldboden voll...

 

Man bereite:

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* Rohe Früchte: Zucker, Sahne oder Sguschenka (gezuckerte Kondensmilch) nach Belieben beigeben

 

* Früchtetee: Beliebige Früchte kochen. Alle Beeren kurz, Hagebutten eine Weile kochen, dann löst sich das Fruchtfleisch aus, die Kerne und ggf. die Haut kann man dann ausnehmen. Wenn man schon dabei ist, gebe man noch Blätter von Schwarzer Johannisbeere dazu - oder auch von Himbeere. Vkusna!

 

* Marmelade: Früchte mit etwas Zucker kochen. Mundet als Brotaufstrich, ohne Brot aufm Löffel, zu Pfannkuchen oder zu Brei. Hält besser, wenn man viele Früchte hat, die sonst durchreruckelt zu Matsch werden

 

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* Griessbrei mit Früchten: Die Beeren nach dem Kochen unterheben, eine Weile warten, dann werden die Beeren weich und geben den Saft an den Brei ab. Wenn man so viele Heidelbeeren oder Johannisbeeren hat, kann man getrost 1:1 mischen :-)

 

* Süße Hirse mit Früchten: Hirse mit Zucker und ggf. Milch kochen und reichlich Früchte beigeben

 

* Roter Holunder schmeckt etwas herb, ähnlich dem Schwarzen, hat aber ganz crispige Kerne

 

* Preiselbeeren eignen sich gut auch zu salzigen Gerichten. Man versuche etwa eine Pilzpfanne mit Preiselbeeren: Pilze andünsten, Beeren beigeben, weitergaren, nach Geschmack würzen

 

* Preiselbeeren werden hier auch zu "Mors" verarbeitet, dabei werden die Beeren mit Zucker ausgekocht und als kalter Saft getrunken.

 

Man sammle:

Pilze, Pilze, Pilze

 

Man bereite:

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* Pilzpfanne: Pilze kleinschneiden und putzen (leider oft wurmig), mit einem Schluck Wasser (je nach Pilzart), trocken oder einem Schluck Öl anbraten und dünsten, bis sie zusammengegangen und weich sind. Würzen mit wildem Thymian oder was man sonst so (in der Gewürztasche ggf.) findet. Dazu reiche man Nudeln, Reis, Buchweizen oder anderes

 

* Pilzpfannkuchen: Pilze gut kleinschneiden, dünsten oder kochen und diese Masse zum Teig dazugeben. Teig aus ca. 200g Mehl (p.P.), 1-2 Eiern, Backpulver oder Soda, Salz, Muskat, Pfeffer und Wasser nach Konsistenz. Pfannkuchen sobald als möglich das erste Mal wenden, damit die zweite Seite noch einigermaßen glatt wird

 

* Pilzbrotbelag: Pilzpfanne wie oben bereiten aus kleingeschnittenen Pilzen, gut würzen und kalt stellen. Dick auftragen. Denn wir haben das immer gemacht, wenn wir zuviele Pilze hatten bzw. wenn wir sie frisch verarbeiten sollten, denn auf schlechten Straßen fahrradgefahren zu werden mögen sie nicht

 

* Pilzomlett: 2-3 Eier (p.P.) mit etwas Sahne, ggf. EL Mehl, Gewürzen, Salz und kleingeschnittenen Pilzen verquirlen und mit Deckel herausbraten (langsam bei kleiner Flamme)

 

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Sonstiges:

* Fisch: Man lasse den gebratenen, fangfrischen Fisch in seine Pfanne fliegen. So geschehen am Khandafluss, als wir schon in der Dunkelheit ankamen und Freizeitangler aus Irkutsk sich gerade auf den Rückweg machten - und natürlich noch richtig viel Fisch übrighatten

 

* Auch die größte Beere, Wassermelone, kann man nicht im Wald finden, aber am Strassenrand schenken lassen, von Urlaubern, die gerade Mittagspause machen

 

* Zedernnüsse: Die Sibirische Zeder, im Alpenraum auch Arve oder Zirbelkiefer genannt ist ein mächtiger Baum mit langen Kiefernnadeln. Oben, ganz oben an den Triebspitzen wachsen die Zapfen, jeder mit ein paar Dutzend Zedernnüssen gefüllt. Die Zedernnüsse sehen ähnlich aus wie Pinienkerne, schmecken ähnlich und lassen sich genausso knacken, etwas leichter vielleicht, weil bisschen kleiner sind sie schon. Der Tannenhäher lebt von den Kernen und sammelt Unmengen. Dabei fliegt schon mal ein Zapfen daneben oder er lässt einige Kerne übrig. Die kann man dann genüsslich in den Pausen knabbern - wie Sonnenblumenkerne, nur besser

 

Noch Fragen?

 

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Wir sind also von Schigalowo an der Lena sechs Tage knapp 300 km über die Berge gefahren bis Okunaiskij an der Kirenga, an der BAM. Da wir es uns so gut gehen liessen, haben wir nicht soviele Kilometer am Tag geschafft wie sonst auf solchen Pisten, wo man eh ein wenig langsamer ist - zumal schon einige Berge zu überwinden waren, es einen Tag regnete, sonst aber sehr schön war.

Der Motoradfahrer, den wir am Anfang trafen, der die ganze Strecke an einem halben Tag gemacht hat, im Nebel, der die Straße schlecht fand und meinte, die Landschaft sei nicht sehr interessant - was hat er gesehen von den Wäldern, von den Flüssen, von all der Schönheit hinter den Kulissen und von all dem Reichtum?