Eine Radwanderung

 

Montagmorgen in der Gärtnerei. Die Umgebung ist vernebelt und nun soll es also losgehen - Die Sachen werden gepackt, eine letzte Sonnenblume geschnitten und an den Fahrrädern befestigt, Fotos gemacht und der Tacho auf Null gestellt - es geht los.

Einiges musste auf dem Weg aus Heidelberg heraus noch erledigt werden und nach einem mittäglichem Frühstück und dem letzten umpacken bei Veronikas ehemaligen Mitbewohner rollten wir Richtung Karlsruhe. Sieben Tage später haben wir Ulm fast erreicht und am Rande von Ersingen, einem kleinen Dorf zwischen Ehingen und Ulm einen schönen Platz gefunden, um hier einige Tage bleiben zu können und in einem der um uns gelegenen Seen unser Boot zu testen. die ersten Tage haben uns gezeigt, dass wir das Gepäck nocheinmal nach überflüssigem durchforsten müssen, einige Dinge noch besorgen und erledigen wollen und vor allem schauen müssen, ob und wie eine Weiterfahrt mit dem Boot überhaupt möglich ist.

Erstmal zu den letzten Tagen...

Unsere Route führte uns bis Offenburg im Rheintal entlang. Bis Karlsruhe auf vielen Kilometern schnurgerader Straßen im Wald. Wunderschön zu fahren, aber auf DAuer etwas eintönig. In KA machten wir Station bei Jana, einer guten Freunding um am nächsten Tag bis Baden-Baden zu Matthias Schwester Klaudia zu fahren. Geprägt durch die Suche  nach den richtigen Wegen im Dschungel eines weitverzweigten, aber nicht immer durchschaubaren Fahrradwegenetzes war dieses Stück nicht gerade einfach.

Bis Offenburg war es noch ähnlich, bevor wir im Kinzigtal und später im Gutachtal den Schwarzwald hinauffuhren. Ausgerechnet dieser Tag war der bisher Einzige, an dem es fast ununterbrochen regnete, sodass wir uns nach der ersten Zeltnacht hinter Offenburg dann doch  für eine Übernachtung unter festem Dach entschieden, um alles wieder trocknen zu können. Sehr schön war der Schwarzwald landschaftlich und leicht an die Alpzeit erinnernd (Kühe!) und erstaunlich, wieviele weltgrößte Kuckucksuhren es gibt.

Ab Triberg ging es nochmal steil bergauf, eher kletternd als fahrend und kurz vor Schönwald trennten uns unsere Wege. Die Donau hat zwei Quellflüsse, Brigach und Breg, die erst nach ca 40 km bei Donaueschingen zusammenfließend die Donau bilden, welche nach etwa 2800 km in Rumänien ins Schwarze Meer mündet. Da wir im weiteren die Donau entlang bzw. auf ihr fahren möchten, entschieden wir uns eben auch beide Quellflüsse von der Quelle an zu begleiten. Matthias fuhr die Breg entlang und Veronika die Brigach, bis wir uns Mittags in Donaueschingen bei einer anderen der offiziellen Donauquellen im Fürstenpark, Matthias nannte es "Pott", trafen. Einen Kilometer weiter beim Zusammenfluss der beiden Quellflüsse haben wir dann pausiert. Die offizielle Donauquelle als mündungsfernster Punkt ist die Bregquelle, wobei die Fürstenfamilie dies ebenso in ihrem Park in Form eines gefassten Beckens für sich beanspruchen will.

Von hier aus ging es den sehr gut ausgeschilderten Donauradweg entlang durch das schöne und unverbaute Obere Donautal mit der Donauversinkung an verschiedenen Stellen vor und nach Tuttlingen bis hin zu den langezogenen Riedlandschaften ab Sigmaringen. Dort konnten wir bis zu acht Graureiher auf demselben Feld beobachten.

Wettermäßig hatten wir es recht gut. Die ersten Tage war es  bedeckt und sehr warm und seit dem einen Regentag tagsüber meist sonnig, nachmittags warm aber nachts und morgens schon sehr frisch. Beim Aufstehen war das Gras meist noch gefroren und die Zeltschnüre weiß statt rot. So müssen wir regelmäßig in der Mittagspause das Zelt aufhängen, um es zu trocknen.

Bisher geht es uns also gut und wir sind gespannt, wie es weitergeht, wenn wir die uns vertrauten Gefilde verlassen.