Abgeholzt

(Sonstiges)
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Sibirien, das Land der ewigen Weite und der undurchdringlichen Taiga ist längst nicht mehr das, was es einmal gewesen sein muss. Die Weite ist und bleibt ewig, die Infrastruktur aber wächst, wenn auch langsam, und nimmt die Taiga mit. Zeigt ihr die Welt in Japan, Südkorea, China und den Baumarkt in Deutschland.

 

holzImmer wieder fragen wir uns, wie es einmal ausgesehen haben muss, als der Mensch noch nicht mit riesigen Waldfahrzeugen die Landschaft zerpflügte, als der Holzabbau sich noch nicht lohnte, weil es keine Transportmöglichkeiten gab.

Diese gibt es nun mit der Bahn und Tag für Tag sehen wir viele Container voller Baumstämme oder fertig gesägter Bretter und Dachlatten nach Osten rollen. Einst, zu Sowjetzeiten, sollen es viel mehr gewesen sein - jetzt wird der Abbau schwieriger, denn entlang der Bahnstrecke gibt es nur noch wenig Holz guter Qualität und die Wege werden immer länger. An einer Stelle erzählt man uns, in beide Richtungen entlang der Bahnstrecke sei in einem Gürtel von 100 Kilometern bereits alles abgeholzt.

 

Zurück bleibt eine zerzauste Landschaft, geschunden ohne Achtung und oft ohne Möglichkeiten zur Erholung. Man holt sich, was man brauchen kann, der Rest des Waldes wird oft einfach heruntergebrannt oder in wilden Haufen herausgerissener Bäume liegengelassen. Die Zerstörung des natürlichen Gleichgewichts bringt einen Teufelskreis hervor, an dessen Durchbrechung niemand interessiert zu sein scheint: mit dem Schwund des Waldes geht die Isolationsschicht verloren, die den Permafrostboden im Sommer kühlt. Das Eis an der Oberfläche schmilzt, kann jedoch nicht ablaufen und es entstehen riesige Sumpfflächen, auf denen wiederum aufgrund des vielen Wassers kein neuer Wald wachsen kann. Von der Zerstörung eines wertvollen Lebensraumes für Tiere und Ureinwohner ganz zu schweigen.

 

holz1Der Holzabbau erfolgt oft aufgrund alter Verträge auch noch aus Sowjetzeiten, aber auch neue Verträge werden vergeben, wenn nur genug Geld in die Tasche des zuständigen Beamten bei der Forstbehörde geht. Die Firmen sind national oder international und als Arbeitskräfte treffen wir oft auf Nordkoreaner, die hier seit vielen Jahren arbeiten. Sie sprechen kaum russisch und wohnen in eigenen Siedlungen mit koreanischem Essen, Gemüse wird in eigenen Gewächshäusern gezogen.

 

Das Holz wird mit schwerem Gerät aus dem Wald geholt, dann in Sägewerken sortiert und teilweise weiterverarbeitet. Häufigste Produkte sind Rundstämme, Bretter und Dachlatten. Letzere werden teilweise von Hand an großen Bandsägen gesägt, nur einmal sehen wir eine neuere Einrichtung, sogar mit Absauganlage. Angeblich von einem deutschen Abnehmer, der Dachlatten nach Europa importiert. Auch eine namhafte schwedische Möbelfirma soll zu den Hauptabnehmern der Taiga gehören.

 

holz2Einer der größten noch bestehenden Urwälder der nördlichen Hemispäre liegt im Oblast Primorje, nördlich von Vladivostok. Hier am Bikin-Fluss bietet er neben den letzten frei lebenden Leoparden und Amur-Tigern auch vielen anderen seltenen Tieren Lebensraum. Viele Holzfirmen interessieren sich für das Holz dieses noch ursprünglichen Waldes und wiederholt wurden illegal Einschlaglizenzen vergeben. Bislang haben die Ureinwohner der Region es mit Hilfe der örtlichen Bevölkerung und des WWF geschafft, den Einschlag zu verhindern und die Ausweisung von Schutzgebieten wurde erreicht. Doch eine Sicherheit gibt es nicht und der Kampf geht weiter gegen einen der größten Feinde Russlands, der Korruption.

      

Tiere

(Pflanzen und Tiere)
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Seeigel in Vladivostok

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Reb- und andere Hühnervögel halten sich gerne auf der Straße auf, scheint nicht nur wärmer zu sein, sondern auch sicherer.

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Eigentlich ist Sibirien nicht so das Schlangenland, bisweilen aber bekommt man doch eine zu Gesicht.

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Oder diese junge Fuchs, der ungestört gut 100 m vor uns spielt.

      

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(Pflanzen und Tiere)
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Vom Pazifik zum Amur

(Landschaft)
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Wo Russland anfängt, hat Sergej uns bei Vanino gezeigt.

Nun geht die Reise los vom Pazifik nach Westen zum Amur. Über 300 Kilometer durch Taiga, durch ehemalige Taiga, vorbei an Flüssen aus denen Abends märchenhafter Nebel aufsteigt, an Bauarbeiten und Fischern. Es ist ein guter Einstieg mit wenig Verkehr und auch etwas Asphalt und mit netten Menschen die Milch und Kuchen aus ihrem Auto herausreichen.

    

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Und mit zwei Radlern, die in ihrem Eifer viel zu viel Essen mitgenommen haben und nun in der Mittagsonne auch hier im fernen Osten heftig Schwitzen.

   

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Da die Taiga ringsherum aufgrund guter Infrastruktur schon längst in japanischen Wohnzimmern steht, ist es nicht immer einfach, ein schattiges Plätzchen zu finden. Dafür gibt es aber überall frisches Wasser nach Bedarf, frisch aus den Bergen und sehr kalt.

        

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