Vladik in Bildern

(Landschaft)
Description : 

Der Bahnhof von Vladivostok ist das Ende der eigentlichen Transsibirischen Eisenbahn, aber noch lange nicht das Ende der Welt.

Der Hafen liegt gleich dahinter. Von hier aus gehen Güter in alle Welt und Autos kommen von Japan nach Russland.

 

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Das südliche Ende Vladivostoks markiert ein Leuchtturm - beliebtes Fotoobjekt besonders bei frisch Vermählten. Gleich dahinter liegt die Insel "Russkij", welche gerade in einem riesen Bauprojekt mit dem Festland verbunden wird.

 

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Die Farben der Taiga auf Russkij Island.

 

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Wolken kriechen über die Kuppen.

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Unsere Gastgeber Evgeny und Magdalena sind selbst begeisterte Radfahrer und nutzen jede Möglichkeit, aus der Stadt heraus zu kommen. Mit Evgeny waren wir einen Tag auf Russkij Island unterwegs.

 

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Verlorene Dörfer

(Texte)
Description : 

„Abschlussklasse 1996" - das Grafitti in der Bushaltestelle von Tonnelnij ist das einzige und letzte lebendige Zeichen dieses Ortes. Eine Bushaltestelle, ein großes Ortsschild, zwei alte Blechwägen und eine zerfallene Ruine, das sind die letzten Beweise dafür, dass es hier einmal ein Dorf gegeben hat. Ein Dorf für mehrere tausend Einwohner, in dem man sein Abitur machen konnte.

Die Reste des ehemaligen Dorfes Tonnelni liegen am anderen Ende des Severomuisker Tunnels. Hier wohnten die Tunnelarbeiter, lebten ihr Leben und mussten gehen, als der Tunnel 2003 schließlich fertig wurde. Der Ort war nur als vorübergehende Siedlung angelegt, radioaktive Strahlung machen das Leben hier ungesund, dennoch, so wurde uns erzählt, gingen viele nicht freiwillig.

   

Schon ein paar Tage vorher waren wir hinter Chani schoneinmal in einer Gegend mit verlassenen Dörfern gewesen. Auch hier waren wir erstaunt, dass rein gar nichts von den ehemaligen Gebäuden, von ganzen ehemaligen Dörfern zu sehen ist. Dabei war gerade diese Gegend um Kodar eine der schönsten gewesen. Zwischen Bergen liegen hier zwei Seen vor einem kleinen Pass. Mindestens zwei Dörfer hatte es hier einmal gegeben, heute befinden sich hier nur noch Haltestellen im Nirgendwo.

 
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Nur das Ortsschild von Tonellnij steht noch
 Am See von Kodar, letzter, vergeblicher Angelversuch
Am See von Kodar, letzter, vergeblicher Angelversuch
 Dies ist auch der längste Abschnitt ohne Orte, wie wir leider erst unterwegs feststellen. Ob ein Ort noch existiert oder nicht mehr, ist aus der Karte nicht immer zweifelsfrei ersichtlich. Wir hatten mit einem Ort gerechnet den es nicht mehr gibt, so wird es eng mit unserem Proviant, zumal Regen uns länger aufhält als gedacht. Aber es gibt ja Pilze und wir haben noch Brühwürfel, also gibt es Pilzsuppendiät mit ab und an einer fast reifen Preiselbeeren bis wir einen Tag später in Kuanda eintreffen.

  

Auch am Vitim, wo wir in einer Datscha übernachten, ist ein ehemaliger Ort aufgelöst worden. Hier gibt es nur noch einige Datschen die bezeugen, dass es hier für gut dreißig Jahre ein Dorfleben gab.

Der letzte Ort unserer Reise wird Kunerma sein, wo wir letztes Jahr schon Einblick in die Ortsgeschichte bekamen. Einst als Zentrum der BAM angelegt wurden die Gebäude gar nicht fertig, so schnell kam der Verfall daher. Einst mit über 4000 Menschen besiedelt kam der Zusammenbruch der Staatswirtschaft einher mit dem Ende des BAM-Ausbaus und dies bedeutete, dass keine weiteren Erwerbszweige aufgebaut wurden. Und damit sank die Attraktivität eines wunderschön gelegenen Ortes.  Die Reste eines alten Ortes. Der Neue wurde hier nebenan gebaut.
Die Reste eines alten Ortes. Der Neue wurde hier
nebenan gebaut.

 

 

 

      

Kaltes Wasser - Warmes Wasser

(Texte)
Description : 

Mitte August lag über Nacht eine neue Stimmung in der Landschaft, die Lärchen hatten kaum merklich begonnen sich zu verfärben. Wie weit die Landschaft in ihrer Verwandlung zum Herbstgold fortgeschritten war, bestimmten fortan Klima und Höhe. Wir freuten uns auf den Herbst, die vielleicht schönste Jahreszeit in Sibirien mit goldenen Wäldern und schneebedeckten Bergspitzen.

  

Der erste Schnee kam anfang September und weiter ging es mit Regen. Mehr als eine Woche lang wurde das schöne Landschaftsbild vor unseren Augen von Sprühregen verschleiert, selten nur tauchten kurze, klare Momente die Landschaft in Sonne.

  

Regen ist wenig angenehm wenn man draußen lebt. Auch die gute Regenkleidung wird irgendwann von innen nass, von den Schuhen ganz zu schweigen und Zelten verliert deutlich an Qualität. Wir fahren trotzdem weiter, versuchen die Regenpausen zu nutzen und suchen uns für die Nächte jeweils kleine Tunnel unter dem Bahndamm, Betonröhren, die eigentlich für Drainage sorgen sollen aber meist trocken sind. 

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Unter dem Vordach einer Station

Unter dem Vordach einer Station

So manche Mittagspause verbringen wir unter dem großen Vordach einer Stanzia, da hat Regen auch den guten Nebeneffekt, dass man Wasser auffangen kann wenn man gerade keinen Bach gefunden hat.

  

Dann sind wir auf bekanntem Gebiet. Diese Strecke sind wir schon im letzten Jahr gefahren und wir freuen uns auf die heißen Quellen von Dselinda. Da kann auch ein Platzregen uns nicht abhalten und wir kommen klatschnass bei den alten Becken im Wald an.

Heiße, mineralhaltige Quellen gibt es aufgrund der besonderen Tektonik rund um den Baikalsee und sie sind bei den Einheimischen sehr beliebt. Hier bei Dselinda gibt es ein Sanatorium und es gibt die alten Becken. Diese liegen mitten im Wald neben einem kleinen Fluss, ein zerfallendes Häuschen dient zum Umkleiden und der Wald wird zum Zelten genutzt.

Nach vielen Tagen im kalten Nass ist es eine Wohltat, nun im heißen Wasser zu baden und einfach in der wohligen Wärme zu liegen.

 

Dselinda bei Sonnenschein, 2010
Dselinda bei Sonnenschein, 2010

 

 

      

Amgun

(Landschaft)