Eine Radwanderung

Veronika

roni

 

Matthias

matthias

 

Angefangen hat es mit mir im Schwäbischen, was bald verlassen wurde und mit Zwischenstation im Schwarzwald landeten wir in einem kleinen Ort in Mittelhessen. Mir folgten drei Schwestern und ein Bruder zur Vervollständigung der Großfamilie und die Garantie immer jemanden zum Lachen, Streiten und Auseinandersetzen zu haben.

Schulzeit zwischen Leben und Pferd in einer Lebensgemeinschaft für behinderte Menschen, brach ich bald auf Grenzen zu suchen und Neues zu entdecken. So lernte ich meinen Daumen und das Fahrrad als Fortbewegungsmittel zu nutzen und nach Beendigung der Schule mich auch in der Ferne zurechtzufinden. Kirgistan und Sibirien waren die Ziele, wo ich mit behinderten Menschen arbeitete und neben der russischen Sprache viel über die fremden Kulturen und vor allem mich lernte.

Wieder zurück verschlug es mich in die Nähe von Heidelberg, wo ich in Ladenburg meinen praktischen Tatendrang durch eine Schreinerlehre in offizielle Bahnen lenkte. Gleichzeitig baute ich mein rollendes Eigenheim aus, einen hundertjährigen Holzbauwagen. Diesen bewohnte ich knapp fünf Jahre, in Gartenwohngemeinschaft mit einem lieben Mitbewohner, drei Jahre lang ergänzt durch mehrere wollige, blökende Vierbeiner. Daneben Mitwirken in der Gärtnerei Wildwuchs und der Foodcoop Appel und Ei, verbunden mit vielen wertvollen Begegnungen.

Nach der Ausbildung nicht gleich wieder eine langfristige berufliche Bindung eingehen wollend, verbrachte ich zwei Jahre mit verschiedenen Aufgaben, die Freiheit genießend mir diese durch geringe Grundbedürfnisse aussuchen zu können und fühle mich mehr und mehr zur Landwirtschaft hingezogen. So wurde ich zwei Sommer zur begeisterten Älplerin, im Tessin als Zusennin in der Käserei und im Wallis als Hirtin.

Mit all diesem im Gepäck und Träumen im Herzen, bin ich gespannt wohin es weiterhin geht.

 

 

Ich bin von 1978 an in einer alternativen Großfamilie groß geworden und experimentiere seither gerne mit gesellschaftlichen Gegenentwürfen. Ich bin Kampf-Radfahrer aus der Leidenschaft, darin eine mobile Raumbeanspruchung des lebendigen Menschen zu fordern - als Affront gegen das Primat des Gaspedals.

Mit 14 habe ich meine erste große Tour gefahren, seither viele Urlaubs- und Reisetouren (keine jedoch länger als gut 5 Wochen). In meiner Schulzeit durch D-Land, danach viel durch Süd- und Osteuropa.

Diese Verhangenheit zur Unabhängigkeit brachte mich auch zu meinem ersten Beruf des Bio-Bauern. Ich lernte diese Lebensart in der 4-jährigen Freien Ausbildung kennen. Danach schon mal ein Alp-Sommer, sell un jenes. Dann der Entschluss, zu studieren. Biologie, weil ich schon zu lange gerne naturkundlich aktiv war. Philosophie, weil halt - der Gegenbeweiß wäre noch anzutreten. Wenn ich dann nicht irgendwann noch Geographie mithinzugenommen hätte, wäre ich wahrscheinlich verödet dort in Heidelberg. Die Wissenschaft von der unendlichen Vielgestalt der Welt war jedoch eine gute Vorbereitung auf so ein Weltreisebürgerdasein. Das Studium habe ich im Sommer 2008 abgeschlossen.

 

Meine Heidelberger Zeit lebte ich in einer Gartenhütte und habe mich in allerlei Gruppen engagiert, vor allem in der so tollen Gärtnerei wildwuchs, der Foodcoop Appel un' Ei und dem Studiengebührenboykott.

 

Jetzt reise ich also durch die Welt, aber ich kann mir auch mal vorstellen, für den Rest des Lebens Kühe zu hüten oder so.

Reclaim the Earth!