Eine Radwanderung

Wir sind nicht das erste Mal unterwegs. Bisher sind wir zusammen oder alleine schon viele Ferienwochen geradelt (im Kajak waren wir beide Anfänger). Doch so eine lange Tour braucht andere Überlegungen, was die Ausstattung angeht. Bei der Recherche nach den brauchbarsten Lösungen waren uns teils anderes Webseiten hilfreich. So stellen wir hier den Teil aus, zu dem wir meinen etwas sagen zu wollen. Unseren Freunden bieten wir so zugleich einen Einblick in unseren Haushalt. Unsere Tour ist nicht gesponsert und so kriegen wir auch für diese Empfehlungen kein Geld.

 

Das Haus:

Hilleberg Nallo 2 GT

Eigentlich sind wir auf das Zelt gekommen, indem wir drübergestolpert sind. Eine Ladenauflösung, Rabatt, das einzige Zelt in der besseren Qualitätsklasse. Dazu superleicht (unter 3 kg) und superrobust. Einfach aufzubauen ist es auch, angenehme Farbe, warum nicht?

Wahrscheinlich hätten wir eine ähnliche Auswahl getroffen, hätten wir die Auswahl gehabt. Es überzeugt durch findige Details und gute Brauchbarkeit. Allerdings hat es auch Schwächen, etwa wird der Türreissverschluss zu stark belastet und schwächelt. Es hat aber bisher Regen und Sturm unbeeindruckt überstanden. Die 3er-Version ist nicht viel schwerer, dafür deutlich höher und geräumiger - das Vorzelt fasst sogar beladene Räder. Wäre wohl die bessere Wahl gewesen.

 

Das Bett:

Die Schlafsäcke vom Schlafsackladen überzeugen durch ihr tolles Preis-Leistungs-Verhältnis. Man wählt Daunengüte und Menge und bekommt den Dark Star gefüllt. Wind und Daunendicht (Pertex), gut verarbeitet.Schlafsäcker der Oberklasse haben sonst oft noch mher Details (RV-Abdeckungen z.B.), aber auch ganz andere Preise. Die Schlafsäcke lassen sich koppeln. Sonst wird viel Kunstfaser empfohlen, da robuster. Diese ist jedoch nicht nur schwerer, sondern auch gegenüber dem Naturprodukt Daune im Atmungsverhalten unterlegen. Trotz dem Nachteil, dass sie bei Feuchtigkeit weniger wärmen soll und gammeln könnte, haben wir sie auf einer Wintertour am Fluss eingesetzt und diese Nachteile nicht wahrgenommen. Wir hatten im Zelt Feuchtigkeitsprobleme, aber diese zu lösen gewusst. Wärmflasche im Fussbereich (dort kondensiert das meiste Wasser). Eine zusätzliche dünne Decke im Winter, um die Kondensationsschranke eine Ebene weiter nach aussen zu legen. Diese Decke haben wir dann am Feuer getrocknet. Ggf. das Fussende zum Kopfende machen, denn am Körper trocknet der Schlafsack eher.

Das Inlet ist nicht eines der teuren, schnell kaputten, die es im Laden gibt, sondern ein Bettdeckenüberzug.

Die Isomatten von Trangoworld sind aus Evazote, nicht aufblasbar, sondern unplattbar (vor Hitze schützen). Sie sind stabil und haben ein gutes Formgedächtnis (auch wenn am Morgen die Abdrücke harter Gegenstände abgestempelt sind,bis zum Abend sieht sie wieder aus wie neu). Noch dazu sind sie leichter als entsprechende Selbstaufblasende und isolieren deutlich besser (bis -15 °C). Kosten tut die nur ca. 35 .-. Nachteil ist das Packmaß einer nichtaufblasenden, dicken Isomatte.

 

Die Küche:

Für Kocher kann man ein Heidengeld ausgeben und hat auch nur Frust. Benzin ist muss, wenn man ausgetretene Touripfade verlassen will und kostengünstig kochen will. Wir haben den billigsten genommen, mit dem wir schon gute Erfahrungen hatten. Der Russenkocher. Ein Nachbau des Optimus Hunter oder eines ehem. Endersmodells, den die russische Armee für ihre Leute baut. Mit zwei Handgriffen ist der Kocher in seinem Koffer zusammengeklappt. Er funktioniert ohne lästige Pumpe, baut sich seinen Druck durch Hitze auf. Der Koffer macht den Kocher deutlich schwerer. Die Ersatzteilversorgung ist bisher nicht vorhanden (vlt. in GUS?). Probleme mit schwer zu reinigen Stellen haben wir gelöst: Der Knick hinter dem Filter und vor der Stellnadel ist eigentlich nur durch vollständiges Zerlegen und auch dann nur schwer zu erreichen. Wir haben ein Loch reingebohrt mit Gewinde, wieder eine Schraube drauf. Im Bedarfsfall können wir die Schraube lösen und sind da, wo wir mit einer Nadel den Dreck freikratzen können. Dann Trick 17: Es gibt für Autos Benzinsystemreiniger. Kommt mit ins Benzin und sorgt für weniger Ablagerungen und für eine saubere Verbrennung. Hilft, ist aber kein Allheilmittel. Wichtig ist, dass das Zeug nicht ölig ist (der rote von Carlube), dann sind die Ablagerungen umso klebriger.

 

Topf Ingwer von Globetrotter. Mit 2,7 l groß genug, Deckel als Pfanne nutzbar, aber nicht zu empfehlen, da der Boden zu dünn ist. Edelstahl mit stabilem Boden und leichten Wänden, selbstfixierender Henkel. Für den Preis gibt es sicher bessere Töpfe, ist aber durchaus brauchbar.

Pfanne ist eine noname Pfanne von einem Coop in Ungarn für 5 €. Alu beschichtet, aber stabil (mit 2-J. Garantie). Super! Brät alles, Beschichtung hält bei guter Pflege (Holzlöffel) besser als erwartet. Der viel zu schwere Griff hat Übergewicht.

 

Sonstiges:

Alarmanlage

Nachdem uns in Ungarn so viel geklaut wurde, hat Matthias an einer Alarmanlage getüftelt. Prinzip: Kein Stromverbrauch im Leerlauf, dann aber Lärm, wenn nötig. Die Lösung war ein Rauchmelder (9V-Versorgung, laut) mit einem Magnetschalter. Sobald ein Magnet durch eine Schnur vom Schalter gezogen wird, geht der Lärm los. Dies ermöglicht eine versteckte Montage und eine spannungsfreie Schnur. Unter guten Versorgungsbedingungen wäre der Schalter ein REED-Schalter, das sind kleine Glasröhrchen mit 2 Metalllippen, die verbunden oder getrennt werden. Die liesen sich dann innen reinbauen und den Magneten aussen aufsetzen. Der Schalter trennt die ganze Anlage vom Strom.

 

Wasserfeste Fotoapparataufbewahrung

Es gibt teure Peliboxen oder Beutel, aus denen die Kamara nur schwer zu entnehmen ist. Es gibt aber auch billige und wasserdichte Plastikdosen...

 

Wird fortgesetzt